Katharina Olivia Brand
Lehre
Proseminar: Das Klavierwerk
Mozarts: Analyse - Rhetorik - Aufführungspraxis
Wintersemester 2005/2006
Mittwoch 9-11 Uhr
Sprechstunde: Donnerstag 10-11 Uhr
Kommentar für das Vorlesungsverzeichnis |
| Mozarts Klavierwerke bieten uns
die Möglichkeit, Mozart sowohl als Komponisten als auch
als Pianisten kennen zu lernen. Indem der Pianist Mozart
in seinen Konzerten auch eigene Werke spielte, lässt
sich seine Klaviermusik als Zeugnis der damaligen
Musizierpraxis verstehen. Was beispielsweise
Virtuosität, Galanterie oder ein schöner Ton damals
bedeuteten, wird in den Klaviersonaten und -stücken
plastisch erfahrbar, betrachtet man die Partitur durch
die Brille der damaligen Aufführungspraxis und der
rasanten Entwicklungen im Klavierbau. In Mozarts
kompositorischer Arbeit allerdings stand das Klavier nie
im Mittelpunkt. Als Komponist gehörte er in die Welt der
Oper, und es verwundert nicht, dass auch das Klavierwerk
Rhetorik und Mimesis in sich birgt: Mit der Cantabilität
der musikalischen Linien, den vielgestaltigen und
dialogisierenden Themen, den rhetorischen Gesten, der
Galanterie, Koketterie oder Dramatik des musikalischen
Moments überträgt Mozart seine Welt der Oper auf sein
Instrument Klavier. Das Seminar soll die Gelegenheit zur eingehenden Analyse der Sonaten, Klavierstücke und ausgewählter Klavierkonzerte geben. Das Herstellen von biographischen Bezügen, das Kennenlernen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Beschäftigung mit der zeitgenössischen Musiktheorie soll helfen, die Werke in ihrem eigenen Stil besser zu verstehen und Mozarts kompositorische Entwicklung zu verfolgen. Ein besonderes Augenmerk soll auf Form, rhetorischen Gehalt und aufführungspraktische Besonderheiten gelegt werden. Voraussetzungen für den Erwerb eines Seminarscheines sind eine kontinuierliche Anwesenheit, die aktive Teilnahme an den Diskussionen, das Halten eines Referats und das erfolgreiche Schreiben einer Hausarbeit. |
© Katharina Olivia Brand, September 2005